Die Heilkräfte regelmäßiger Bewegung

Christine Hector

4. März 2021

Es ist vielfach erwiesen, dass Sport eine große Bedeutung für unsere Gesundheit hat, neben gesunder Ernährung und effektiver Entspannung.

Hier soll es nur um den Bereich der Bewegung gehen. Sie ist in vielen Fällen hilfreicher als Medikamente oder klassische Behandlungen. Woran das liegt, will ich in diesem Beitrag zusammenfassend erläutern.

Warum ist Bewegung so wichtig?

Die Entwicklung des Menschen, seiner Arbeit- und Lebenswelt hat sich so schnell verändert, dass die Evolution keine Chance hatte, Schritt zu halten.

Was bedeutet das?

Der Mensch ist dafür gemacht, 10-12 Stunden am Tag zu Fuß unterwegs zu sein, seine Nahrung zu sammeln oder auch zu jagen.

Dein Alltag sieht möglicherweise so aus, dass du kaum auf 1-2 Stunden Bewegung pro Tag kommst.

Und genau das ist unser Problem! 

Daher müssen wir künstlich für Bewegung sorgen. Und abgesehen von sportlichen Ambitionen ist es am sinnvollsten, wenn wir uns möglichst oft und vielseitig bewegen. 

Das hat die größten positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit, unsere Gehirnleistung und zögert den Alterungsprozess am wirkungsvollsten hinaus.

Einige konkrete Beispiele 

Unser Herz-Kreislauf-System

Dir ist sicher klar, dass regelmäßiges Ausdauertraining gesund ist. 

Wusstest du aber auch, dass regelmäßig durchgeführte kurze Einheiten genauso hilfreich oder sogar hilfreicher sein können als wenn du 1-2 x pro Woche sagen wir 1 Stunde läufst?

Als Faustregel kannst du dir merken: bringe dich möglichst täglich mind. 10 Min. etwas außer Atem. Ob du das laufend, tanzend, durch einige Kraftübungen oder sonstwie tust, ist zunächst mal egal.

Unser Stoffwechsel

Durch langes Sitzen leidet unser Stoffwechsel. Die Konzentration von schädlichem Cholesterin steigt an.

Hier reicht es schon, wenn du ab und zu mal aufstehst, im Idealfall vielleicht mal eine Treppe flott hoch und runter läufst, dich mal räkelst, ein bisschen hüpfst oder was dir sonst gefällt.

Klingt seltsam und realitätsfern? Probiere es mal aus! Du wirst vielleicht zunächst den ein oder andern befremdeten Blick ernten, aber möglicherweise auch Nachahmer finden.

Gleichzeitig kannst du durch solche kurzen Einlagen deine Konzentration und Leistungsfähigkeit steigern.

Unser Rücken

Fast jede Bewegung tut unserem Rücken gut. Die Wirbelsäule ist für vielfältige Bewegungen gemacht und braucht sie auch. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis von kräftigenden, dehnenden und lockernden Bewegungen wichtig, um die Bandscheiben elastisch zu halten und Schmerzen zu vermeiden.

Unsere Muskeln

Muskeltraining

Bis ins hohe Alter lassen sich Muskeln aufbauen, umgekehrt degenerieren sie, wenn wir sie nicht belasten. Jeder, der schon mal einen Gips tragen oder für einige Tage im Bett liegen musste, weiß wie schnell der Abbau geht.

Allerdings brauchen die Muskeln mit zunehmenden Alter mehr Beanspruchung als in der Jugend.

Eine große Muskelmasse steigert die Effizienz des Immunsystem, fördert den Stoffwechsel, vermindert Entzündungsreaktionen, fördert den Aufbau von Knochengewebe und einiges mehr.

Unsere Knochen

Unsere Knochen werden wie alle Körperzellen permanent erneuert. Wie gut das gelingt, hängt von ihrer Belastung ab. Auch hier führt Inaktivität zu Degeneration. Umgekehrt bauen sich Knochen auf, wenn sie regelmäßig gefordert werden, am besten immer wieder auf neue Weise. Daher sind die oftmals empfohlenen „schonenden“ Sportarten wie Schwimmen und Radfahren für die Knochengesundheit nicht wirklich hilfreich.

Unser Bindegewebe / Fasziennetz

Darüber habe ich ja schon einen eigenen Beitrag geschrieben, den du hier findest. 

Hier nur das Allerwichtigste:

Unser Fasziensystem hält unseren Körper in Form und straff – oder eben auch nicht, wenn wir uns nicht darum kümmern.

Es braucht schwingende, federnde und/oder schmelzend-dehnende Belastung. Das hängt davon ab, was für einen Körpertyp wir haben, wie unser Alltag aussieht und welches Ziel wir verfolgen.

Faszien dehnen

Unsere Gelenke

Damit unsere Gelenke möglichst lange problemlos ihren Dienst tun, brauchen sie Bewegung in vollem Umfang und einen Wechsel von Be- und Entlastung. Nur so kann der wichtige Gelenkknorpel ernährt und zu Regeneration angeregt werden.

Nichtstun und Leistungssport sind hier in gleicher Weise schädlich 😫

Das richtige Maß ist entscheidend

Unterforderung schwächt unseren Körper wie oben vielfach beschrieben.

Genauso schaden wir uns aber auch durch Überforderung.

Wie finden wir also das richtige Maß, das uns kraftvoll, beweglich, gesund alt werden lässt?

Meine Empfehlung lautet:

Wenn du dich längere Zeit sehr wenig bewegt hast, dann solltest du am besten mit möglichst vielen kleinen Bewegungseinheiten beginnen, die du im Idealfall über den Tag verteilt in deinen Alltag integrierst.

Mit der Zeit kannst du die Schwierigkeit der Übungen, die Dauer und die Intensität steigern. 

✅ So kann sich dein Körper am besten an die neuen Belastungen  anpassen.

    Du brauchst keine Ausreden, warum du gerade heute dein Training  nicht durchführen kannst. Dein Gehirn muss erst von den Wohltaten  überzeugt werden, sonst rät es dir zur Trägheit 😉

✅ Deine Motivation steigt, denn du merkst, wie gut es dir tut.

  Regelmäßige Bewegung wird zur positiven Gewohnheit.

Fazit

Es ist ganz einfach oder auch sehr kompliziert, gesund und fit alt zu werden.

Was denkst DU jetzt?

Wenn du zur ersten Gruppe gehörst, dann fängst du jetzt sofort an, mehr Bewegung in deinen Alltag zu integrieren, holst dir vielleicht hier und da immer mal wieder Inspirationen und Beratung. 

Wenn du zur zweiten Gruppe gehörst, wäre ein Personal Training genau das Richtige für dich. Hierbei wird genau darauf geachtet, dass du dich nicht überforderst und dass du es wirklich schaffst, die regelmäßige Bewegung in deinen Alltag zu integrieren. Außerdem wird natürlich auf bestimmte Probleme, die du schon hast, speziell eingegangen. Und schließlich: du musst dich nicht selbst motivieren, sondern wirst motiviert. Zumindest in den ersten Monaten kann das den entscheidenden Unterschied machen.

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Über Christine Hector

Ich bin Personal Trainerin aus Leidenschaft. Mit meinem ganzheitlichen Gesundheitscoaching helfe ich zielorientierten Menschen zu mehr Kraft, mehr Beweglichkeit und mehr Entspannung für ein glückliches, schmerzfreies Leben in Balance bis ins hohe Alter. Mein sportwissenschaftliches Studium, meine Yogalehrerausbildung und viele Fortbildungen bes. auch zum Thema Faszientraining bilden die Grundlage meines eigenen Trainingskonzeptes MYOFAMO®.
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